Das vom BMBF geförderte Projekt Göttingen Research Data Exploratory (GRAcE) identifiziert verallgemeinerbare Faktoren des Forschungsdatenmanagements (FDM), um eine Ressourcenabschätzung vorzunehmen sowie Parameter für die Skalierbarkeit von FDM-Services zu bestimmen. Diese bilden die Grundlage für ein langfristig nutzbares und auf andere Standorte übertragbares Planungsinstrument für den Auf- bzw. Ausbau und den nachhaltigen Betrieb von Datenmanagementservices an einem Forschungsstandort.

Am Beispiel des Campus Göttingen werden hierfür insbesondere folgende Fragenkomplexe in den Blick genommen:

Themenbereich Kostenmodell
Welcher personelle und technische Aufwand ist nötig, um Forschungsdatenmanagement auf einem Campus langfristig und nachhaltig zu betreiben? Lassen sich daraus Verallgemeinerungen für andere Standorte ableiten? Eine spezielle Herausforderung ist in dieser Hinsicht die Bezifferung und die strategische Planbarkeit der Kosten, die auf universitärer Ebene vor allem für den Long Tail of Science bestehen.

Themenbereich Verallgemeinerbarkeit
In großen Forschungsverbünden, wie beispielsweise Sonderforschungsbereichen (SFBs), existieren vielerorts fachspezifische Speziallösungen zum Datenmanagement. Bis zu welchem Grad und mit welchem Aufwand lassen sich solche, für einen bestimmten Anwendungsfall maßgeschneiderten Lösungen auf andere Forschungskontexte übertragen und zu einer disziplinübergreifenden Forschungsdateninfrastruktur am Standort zusammenführen? Welche Kriterien machen eine Lösung für eine breitere Nutzung relevant und sind für eine erfolgreiche Übertragung maßgeblich? Eine spezielle Herausforderung in diesem Zusammenfang ist es, die richtige Balance zwischen fachspezifischen Anforderungen und verallgemeinerbaren Basisdiensten zu finden.
Die Kriterien für die Übertragbarkeit und den Anpassungsaufwand werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Primatenzentrum (DPZ)  und dem vom Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) koordinierten Campuslabor "Digitisation and Computational Analysis in the Humanities and Social Sciences"  getestet.

GRAcE arbeitet, beispielsweise bezüglich der Anforderungsanalyse, eng mit der eResearch Alliance zusammen und baut auf deren Vorarbeiten und Erfahrungen auf. Die Ergebnisse von GRAcE tragen wiederum dazu bei, die Services der eResearch Alliance weiterzuentwickeln und die Nachhaltigkeit der Strukturen zur Unterstützung des Forschungsdatenmanagements am Göttingen Campus zu sichern.

 

Laufzeit:
Juni 2017 – Mai 2019

Partner:
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG)
Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Institut für medizinische Informatik

Kontakt:
grace-project-team(at)gwdg.de

 

Förderkennzeichen: 16FDM020